Mittwoch, 8. Juni 2011

Still


©Lied: Jupiter Jones, Video eingestellt bei Youtube.com von JupiterJonesTV

Ich bin still geworden, ich weiss.

An sich passt das Lied nicht so wirklich zu diesem Blogeintrag, aber ich bin so dermassen in dieses Lied verliebt, das muss jetzt einfach mal sein.

Mein Freund Dennis "Dexter Dextrose" meckert seit Wochen, ich soll mal wieder gefälligst bloggen. Langsam wird er echt unbequem, also komme ich seiner Bitte nach.

Ich habe festgestellt, dass seit Therapieende mir ein wenig die Themen fehlen für diesen Blog. Ich habe einfach zu oft gebloggt, wenn ich unglücklich war. Nun bin ich glücklich und habe nichts mehr zu sagen.

Ich lebe einfach.

Ich geh zur Arbeit, ich mache meinen Gemeindekram, ich hab mein soziales Umfeld, ich putze die Wohnung, spiele mit den Katzen, geh Samstags tanzen und lebe so vor mich hin.

Klingt wenig aufregend?

Ich möchte es nicht anders haben.

Ich bin zufrieden.

Und jetzt bin ich auf eine Hochzeit eingeladen worden.

*kotz*

An sich ist das was Schönes. Ich mag meine Freunde und ich bin sehr stolz, dass ich für sie singen darf. Ich hab mir sogar ein neues Kleid gekauft und mir das Playback für "Marry you" von Bruno Mars runtergeladen. Das Lied ist so wunderschön, leicht, lustig und gut zu singen. Ich denke, das mache ich auf der Feier.

Also ist so ein feierliches Event schon nett. Ich darf mich aufdonnern, was singen, gut essen und mir ein Glas oder zwei genehmigen.

Aber ich gehe allein dorthin, ohne Begleitung.

Allein.
Alleiner.
Am Alleinsten.
Sowas von Allein.
*kotz*

Das missfällt mir :-)

Manchmal frag ich mich, was an mir ist, dass ich keinen Mann kennenlerne, der mich auf Hochzeiten begleitet. Was habe ich bloss verbrochen, dass ich noch Single bin?

Wo sind sie hin???

Diese Frage begleitet mich schon soooo lange und auch 2 Jahre Therapie haben zwar einige, aber nicht alle Antworten erbracht.

Ich gebe zu, dass mich diese Frage an den Rand meines Glaubenslebens geführt hat. Ich habe Gott im letzten Jahr mehr gehasst als alles andere - weil er mich allein leben lässt.
Das war bitter.

Ich hatte im Winter eine Zeit, wo ich so weit von ihm weggelaufen bin, wie ich nur konnte. Das Problem bei Gott ist nur, dass er immer da ist, wo man hinläuft. Nur ein Idiot würde weiterlaufen.

Egal, wo ich hinlief, ich landete immer in seinen Armen.

So bin ich stehengeblieben, habe mich umgedreht und habe Gott gefragt:

"Warum?"

Und Gott hat die Frage beantwortet. Aber anders, als ich dachte.

Natürlich habe ich keine Antwort auf das "Warum?" bekommen.

Stattdessen hat Gott mir neue Freunde geschenkt. Er hat mich tanzen lassen. Er hat mir Lieder ins Herz gelegt (eins davon habe ich gerade verlinkt), er hat mir eine Gruppe von Leuten in meinem Alter geschenkt, die mit mir Bibel lesen, singen und beten. Er hat mir eine Gemeinde geschenkt, die so tickt wie ich, wo ich geborgen und gut aufgehoben bin, er hat meinen Blick auf Filme, Bücher und Menschen gelenkt, die mir gut tun. Er hat meine berufliche Perspektive gesichert. Er hat mir geholfen, mit dem Rauchen aufzuhören und 20 kg abzunehmen.

Er hat mein Leben ganz einfach verändert.

Gott hat mir gezeigt, dass ich reich bin.

Ich bin sowas von reich, ich glaube nicht, dass es einen Menschen auf dieser Welt gibt, der so reich ist wie ich.

Wenn ich so darüber nachdenke, was ich alles habe, da ist die Frage nach einem Partner lächerlich. Ich bin reich und mache meinen Glauben davon abhängig, ob ich jemanden habe, der mit mir Nachts die Kissen zerwühlt? Wie krank ist das denn?

Ich steh morgens auf, dusche, trinke meinen Kaffee, schmuse mit den Katzen, mach mich auf den Weg zur Arbeit und im Bus stelle ich fest, dass ich mein Leben liebe, so wie es ist.

Ein Partner wäre der Bonus, ohne Frage.
Aber wenn er nicht kommt, dann gehe ich daran auch nicht zugrunde.

Es geht mir gut!

Ich glaube, ich erzähle Euch einfach beim nächten Mal, wie lustig es allein Freibad war. Das ist schon einen Blogeintrag wert.

Macht es gut,
Tris

©Tristesse

Mittwoch, 30. März 2011

Stay The Night


© Foto: Tristesse


© Video:youtube.com, einstellt von Gilli4567


© Video:youtube.com, eingestellt von AJchannel39

Hach ja, James Blunt!
Ich muss ein wenig ausholen.

Wenn mich jemand vor einem halben Jahr gefragt hätte, was ich mit James Blunt verbinde, hätte ich abschätzig die Augenbrauen hochgezogen und gesagt "Der ist mir zu weinerlich!".

Ich konnte "You're beautyful" nicht mehr hören. Und dann kam eine Ballade nach der anderen, als ob dieser Mensch nicht gelernt hätte, wie man richtig feiert. Ich fand ihn ziemlich belanglos.

Dann ging im Oktober 2010 die SAT1- Soap "Hand aufs Herz" an den Start. Nun ja. Wer mich kennt, weiss, dass es nicht überraschend ist, dass ich dieser Serie sofort verfiel, wer mich nicht kennt, wird jetzt seine Augenbrauen hochziehen.

Das Thema ist faszinierend, wie ich meine. Es geht um eine Lehrerin und ihren Schüler Ben, die beide in Köln an einer Gesamtschule sind und ein Verhältnis haben, und den Kollegen Michael, die Schwester hat ein Verhältnis mit dem Bruder des Lehres... äh... ich glaube, das interessiert hier wirklich keinen?!

Egal.
Ich mag die Serie und habe von 130 Folgen erst 2 verpasst. Jedenfalls dachte ich beim ersten Gucken der Serie "Hm... das Titellied ist aber cool. Klingt wie James Blunt. Kann aber nicht sein. Seit wann ist der fröhlich?"

Die Radiostationen nahmen "Stay the night" auf und man hörte auf einmal einen gutgelaunten James Blunt im Radio. Das war mir neu.

Kurz vor Weihnachten bekam ich dann von meiner Freundin Steffi einen Konzertgutschein geschenkt. Erinnert Ihr Euch? Das ist die, mit der ich letztes Jahr bei Whitney Houston war (*muahahaha*). Wir hatten verschiedene Optionen. Eine davon war James Blunt in der TUI-Arena in Hannover.

Zeitgleich bekam ich von einem guten Freund die drei James Blunt Alben auf meinen Rechner gespielt und beim morgendlichen Fahren im Bus stellte ich fest, dass Mr. Blunt a. richtig fetzige Musik machen und b. wirklich gut singen kann. Nachdem meine Schwester und ich auf einer sehr, sehr langen Autofahrt zu "Stay the night" lauthals mitsangen, stand es fest.

Ich entschied mich also für das Konzert mit James Blunt letztes Wochenende in Hannover. Die Karten kamen per Post, wurden sorgfältig weggepackt, aber irgendwie war dieser Abend so weit entfernt und unwirklich.

Sehr real wurde es allerdings, als meine Freundin Steffi eine Woche vor Konzertbeginn krankheitsbedingt absagte. Da hatte ich nun echt ein Problem. Gott sei Dank habe ich Freunde, die was von guter Musik verstehen und nach ein paar Anrufen hatte ich mein Taxi und Begleitung gesichert.

So brachen Kilian und ich dann am späten Nachmittag nach Hannover auf.

Die TUI-Arena auf dem Expo-Gelände in Hannover ist sehr beeindruckend. Es finden rund 11.000 Leute in der voll bestuhlten Halle Platz und es war wirklich bis auf den letzten Platz ausverkauft. Wir hatten recht gute Plätze, genau gegenüber der Bühne oben im Logenbereich. Natürlich konnten wir nicht so gut sehen, weil wir am anderen Ende sassen, hatten aber trotzdem das Geschehen voll im Blick. Wie gut, dass es die grossen Videoleinwände gibt, nicht wahr?

Die Vorgruppe wurde höflich beklatscht und dann ging es los.

Ich weiss nicht, was ich erwartet habe. Ich dachte, ich würde einen netten Abend mit Mr. Blunt erleben, aber was sich mir bot, übertraf sämtliche Erwartungen. Ich bin wirklich nicht verlegen um Worte, aber ich weiss nicht, wie ich in Ansätzen beschreiben soll, was in den nächsten 90 Minuten passierte. Ich versuche es mal.

1. James Blunt kann singen. Und er kann es auch live. Ich habe selten einen Künstler erlebt, der live besser klingt als auf CD. Und James Blunt ist so einer.

2. James Blunt hat eine ausgezeichnete Band. Da stimmte einfach alles. Die Jungs waren perfekt aufeinander eingespielt.

3. James Blunt ist sympathisch. Er brauchte 4 Lieder, um locker zu werden und war ansonsten nicht sehr gesprächig. Aber er suchte trotzdem immer wieder den Kontakt zum Publikum. Ich glaub, es ging ihm im Grunde einfach nur darum, dass er gute Musik für seine Fans macht. Das stand im Vordergrund.

4. James Blunt ist bescheiden. Die Bühnenshow war schlicht, aber angemessen. Er zieht sich nicht zigmal um, er kokettiert nicht mit dem Publikum, er stellt sich einfach hin und singt.

5. James Blunt ist authentisch. Ich hatte ja zu Anfang die Frage in den Raum gestellt, warum er ständig nur Balladen auskoppelt. Beim Konzert verstand ich auf einmal, was ich vorher nicht begriff. Man muss diesem Mann ins Gesicht sehen, wenn er davon singt, was ihn berührt und verletzt.

Wer sich mit der Vita von James Blunt befasst hat, weiss, dass er vor seiner Musikerkarierre im Militär gedient hat. Er war Berufssoldat, unter anderem auch in Afghanistan. Außerdem hat er kein Glück bei Frauen, er zieht eine gescheiterte Beziehung nach der andren hinter sich her und wenn man ihm beim Singen seine Balladen ins Gesicht sieht, dann weiss man, dass er den Schmerz kennt.

Dieser Mann hat Tod, Leid, Zerstörung und Verlust erlebt. Und er nimmt einen einfach mit. Beim "Carry you home" habe ich geweint. Nicht, weil das Lied so traurig wäre, sondern weil es mir so wehtat, diesen Schmerz in James' Gesicht zu sehen. Und das kam immer und immer wieder... ob bei "You're beautyful" oder "No tears". Und als er bei "Goodbye, my lover" sang "I am so hollow baby, I am so hollow", da habe ich ihn verstanden.

Ich weiss, wie es ist, sich unsichtbar und leer zu fühlen. Das hatte ich verstanden, darum berührte mich dieser Song auch so sehr.

Er hatte mich auf einmal. Und er nahm mich auch in die fröhlichen Lieder mit. Bei "Stay the night" tobte die Halle, er rockte, fetzte, tobte über die Bühne, surfte auf dem Piano... er war wirklich authentisch.

Ich hab das wirklich noch nie erlebt. Ich weiss nicht, was es James Blunt kostet, sich Abend für Abend so verletzbar zu machen, aber das war das, was mich an diesem Abend wirklich beeindruckte. Ich durfte ein wenig den "Menschen" James Blunt erleben und das hat mir gefallen.

Kilian und ich hatten sehr viel Gesprächsstoff auf der Heimfahrt. Und wir sind jetzt leider irgendwie süchtig geworden - süchtig nach der Live-Erfahrung mit James Blunt :-)

Es war ein grossartiger Abend, ich zehre immer noch davon.

Und wenn ich jetzt im Bus sitze, seine Songs höre, dann denke ich mir "Ist das, was mich verletzt, was mir zu schaffen macht, wirklich belanglos oder langweilig?". Ich glaube nicht.
Es brauchte nur 90 Minuten, um das zu begreifen.

Hört ihn Euch mal an, es lohnt sich!
Eure Trissi
©Tristesse

Samstag, 12. Februar 2011

love live laugh - Es geht mir gut


©Foto: Tristesse


©Song: Leila K., Video eingestellt von Anesz1 über youtube.com

Ich hab Euch im letzten Blog versprochen, von meiner Männersuche zu berichten.

Das ist jetzt 4 Wochen her.

Tjoar...

Ja, es ist was passiert. Ich habe ein paar Männer kennengelernt, die NICHT zu mir passen.

Der eine fragte mich nach der dritten Mail, ob ich was dagegen hätte, wenn er unsere noch nicht gezeugten Kinder als Strafe auf den noch nicht gezeugten, nackten Po schlägt.
Ich hab dann den weiteren Kontakt mit der Bemerkung beendet, dass ich mir keine Schandtat meines noch nicht gezeugten Kindes vorstellen könnte, die diese Strafe rechtfertigen würde.

Der andere wollte gern mit mir "spasshaft ringen" - ich wusste nicht mal, was "ringen" ist. Das ist so eine Art sportlicher Zweikampf, wo man sich gegenseitig auf den Boden wirft.
Äh.... nein?

Der nächste war sechzig Jahre alt.

Ein weiterer war elf Jahre jünger und als ich sein Foto sah, bin ich fast in Ohnmacht gefallen. Ich hab noch nie so einen schönen Mann gesehen und warum er gerade mich ansprach, hab ich nicht verstanden. Wir mailen und chatten nun regelmässig und auch wenn ich nicht glaube, dass er "Mr. Right" ist, schmeichelt er meinem etwas eingerosteten Ego doch sehr.

Und dann waren da noch die beiden, die mich nach dem ersten Ansprechen zu einem "intimen" Treffen überreden wollten (und es musst JETZT sein!!!). Ich bin zwar schon sehr lange allein, aber so nötig kann ich es nicht haben, um mich wildfremden Männern an den Hals zu werfen.

Außerdem suche ich ja einen festen Partner und keinen One Night Stand.

Wo sind eingentlich die normalen Männer hin???

Irgendwie sind die meisten, die ich kennenlerne, entweder gestört oder zu Recht noch Single und wahrscheinlich sagen sie genau dasselbe über mich auch.

Ich hab mir vorgenommen, in diesem Blog nicht über diese Singlemänner herzuziehen und dem Vorsatz bleibe ich auch treu. Ich hab mich über jede Anfrage, die ein Singlemann an mich richtete, gefreut und auch artig (und meist ablehnend) geantwortet, aber der, den ich suchte, war nicht dabei.

Und so habe ich neben dem Stöbern auf Partnerbörsen meinen normalen Alltag gelebt.

Ich bin zur Arbeit gegangen, habe in meiner Gemeinde die Kinderstunde gehalten (ich sterbe immer noch tausend Tode, es sind und bleiben kleine Monster!), habe in Gemeindestunden Protokolle geschrieben, mein Bad geputzt, meine Katzen gefüttert und bin Samstag abends tanzen gegangen.

Ich geh so gern tanzen!

Wir haben hier in der Stadt eine Diskothek, die meine Bedürfnisse an ein Tanzlokal vollendes befriedigt:
1. Man hat die Möglichkeit (wenn man pfiffig ist), ohne Eintritt zu zahlen, reinzukommen.
2. Es gibt keine Kleiderordnung
3. Es gibt gekühltes Diebels
4. Es gibt gute Musik
5. Keiner starrt Dich blöd an, wenn Du mit Mitte 30 noch auf der Tanzfläche stehst
6. Du wirst nicht von notgeilen Enddreissigern angetatscht.

Seitdem ich ein paar neue Freunde gefunden habe, gehe ich Samstags ab Mitternacht nun immer in den "Rilo" (so nennen wir besagte Diskothek), um zu tanzen. Einmal im Monat setze ich aus, nämlich dann, wenn ich am Sonntag danach die Kindergeschichte erzählen muss. Kleine Kinder und 3 Std. Schlaf sind nicht kompatibel, forget it. Ich habe es einmal versucht und bin ausgesprochen grausam in meine Bestandtteile zerlegt worden.

Aber dreimal im Monat findet man mich im Rilo auf der Tanzfläche und ich komm selten vor fünf Uhr heim. Natürlich stehe ich dann drei Stunden später auf und gehe in die Kirche. Wer tanzen kann, der kann auch aufstehen. "Meine" Jugendlichen aus der Gemeinde lachen schon, wenn ich zur Tür reinkomme "Na? Warst du wieder tanzen?", denn ich bin doch reichlich müde. Trotzdem nehme ich viel aus den Gottesdiensten mit.

Nicht selten habe ich den einen oder anderen Jugendlichen die Nacht zuvor auf der Tanzfläche getroffen und es gibt ein grosses "Hallo" am nächsten Morgen.

"Ca plane pour moi" ist französisch und bedeutet "Es geht mir gut" und wenn ich so mein Ergehen der letzten Wochen überdenke, kann ich das voll und ganz unterschreiben.

Es geht mir gut.

Als die Therapie überstanden war, stellte ich fest, dass es möglich ist, Spass am Leben zu haben - über zwanzig Jahre lang habe ich Schmerz und Trauer mit mir rumgetragen und nun gefällt mir auf einmal mein Leben.

Gut, ich lebe es allein. Ich stehe Samstag für Samstag allein auf der Tanzfläche und gehe allein ins Bett, aber es geht mir gut. Natürlich hätte ich gern einen Partner und ja, ich bin wirklich überfällig, aber das ändert nichts daran, dass ich mein Leben mag, wie es momentan läuft. Ich schaff das wirklich gut ohne Mann und fühle mich in keinster Weise "bedürftig".

Ich bin gespannt, wie es mit mir und meiner Männersuche weitergeht und werde berichten. Da geht noch was!

Versprochen.

Eure Trissi
©Tristesse

Montag, 17. Januar 2011

Die Gabe der Ehelosigkeit



Meine Schwester hat mich gebeten, mal was „Lustiges“ zu schreiben... ich bemühe mich.

Da fällt mir was ein:
Menschen können sooo grausam sein.
Vor allem verheiratete Menschen. Besonders die christlichen, verheirateten Menschen. Und die verheirateten Menschen, die vergessen haben, wie es war, als sie noch nicht verheiratet waren. Die sind auch schlimm. Und Männer! Verheiratete, christliche Männer sind ganz besonders schlimm!

Neulich kam ich mit dem Vater einer Freundin (Christ! Mann!! Schon EWIG verheiratet!!! Schlimm!!!!) ins Gespräch. Er fragte mich, nachdem er ja wusste, dass ich a. mit Rauchen aufgehört, b. meine Therapie beendet, c. zwanzig Kilo abgenommen und d. mit der Mini-Kids-Time-Gruppe nun endlich wieder eine Aufgabe in der Gemeinde übernommen hatte, was ich als nächstes Projekt ins Auge gefasst hätte. Ich fand es ziemlich originell, etwas als „Projekt“ zu bezeichnen, was ich „mein verkorkstes Leben auf die Reihe bringen“ nannte. Ich fand es völlig ausreichend, endlich mal wieder zu leben. Ich hätte jedenfalls weiser sein müssen. Ich hätte einfach nichts sagen dürfen – oder lügen können!!! Aber bestimmt nicht, niemals, nicht hätte ich unter keinen Umständen die Wahrheit sagen dürfen. Auf KEI-NEN Fall! Gott hätte mir bestimmt vergeben.

„Ich such mir jetzt einen Mann!“, rutschte mir raus. Ich hätte mich ohrfeigen können. Meine Güte, klang das verzweifelt und ich konnte es dem lieben Freund auch ansehen, dass er WUSSTE, wie verzweifelt das klang.

Eigentlich bin ich gar nicht sooo verzweifelt. Ich bin schon so lange allein, dass ich nicht mal sicher bin, ob ich überhaupt mit einem Mann zurechtkommen würde, aber meine Therapeutin hatte mich vorgewarnt, dass man mit dem Aufbau des Selbstwerts einen leichten Größenwahn entwickelt. Der gäbe sich aber im Laufe der Zeit wieder. Ich warte nun schon seit gut sechs Monaten darauf, dass sich da was „wieder gibt“, aber entweder bleibe ich so wie ich bin mit meinem leichten Größenwahn oder ich merk es nicht mehr. Jedenfalls habe ich mir überlegt, dass ich mir ja jetzt, wo es mir wieder gut geht, einen Mann suchen könnte. Man soll die guten Vorsätze gleich in die Tat umsetzen!

So habe ich mich bei www. himmlisch-plaudern.de, www.christ-sucht-christ.de, www.christpart.de, www.singlechrist.de, www.x-singles.de angemeldet UND in meinem Facebookaccount meinen Beziehungsstatus von „Ich bin in einer komplizierten Beziehung mit XY“ in „Single“ geändert (das mit XY hat mir sowieso niemand abgenommen und XY selbst meckerte schon, dass die „guten“ (!!!!) Mädchen eventuell davon abgeschreckt sein würden, dass er in einer „komplizierten Beziehung mit Trissi“ stünde, dabei sind wir ja einfach nur Freunde, die sich einen Scherz erlaubt hatten!). Jedenfalls bin ich jetzt überall angemeldet und warte. Vielleicht hätte ich nicht den Fehler machen dürfen, mich in jeder Singlebörse mit einem anderen Namen und Passwort anzumelden, jedenfalls gestaltet sich allein schon das Einloggen als sehr schwierig. Aber seitdem ich mir eine Excel-Tabelle angelegt habe, muss ich höchstens einmal pro Tag um die Zusendung meiner Login-Daten bitten.

Zurück zu neulich. Ich erwähnte, dass christliche, verheiratete Männer besonders grausam sein können? Nachdem ich also meinem Bekannten mein munteres „Ich such mir jetzt einen Mann!“ ins Gesicht gestrahlt hatte, wurde dasselbige auf einmal ausgesprochen „pastoral“. Ich mag es an sich nicht, wenn Menschen ohne Vorwarnung in den geistlichen Modus umschalten, aber ich hätte es ja auch besser wissen müssen und gar nicht sagen können. Oder lügen. Gott hätte mir mit Sicherheit vergeben!

An sich hätte der Gute überhaupt nichts antworten brauchen, denn ich wusste genau, welchen unverzeihlichen Fehler ich begangen hatte: ich hatte wörtlich „ICH (!!!!) SUCH (!!!) MIR (!!!) einen Mann!“ gesagt. Gute, christliche Frauen „suchen“ „sich“ keine Männer, die lassen sich finden. Oder sie beten solange, bis ihnen ein Kerl auf dem Sofa wächst, keine Ahnung. Aber selbst suchen geht nicht. Gehört sich nicht, tut „Frau“ nicht und ich hatte nun das Unaussprechliche ausgesprochen. Und das auch noch vor einem christlichen, verheirateten Mann.

Derselbige holte also unter Einsatz seines pastoralen Gesichtes tief Luft und ehe er sich besinnen konnte, reagierte ich blitzschnell: „Nein, ähem. Ich, hm, äh... also ich SUCH MIR natürlich keinen Mann! Hahaha!!!“ (klägliches Meckern!) „Ich BETE um einen Mann, genau!!!“ und schob noch ein „Wenn der Herr mir einen Mann überhaupt schenken will!“, leise murmelnd nach.
Den pastoralen Backen entwich ein Schwall pastoraler Luft und die pastorale Enttäuschung war ihm ins Gesicht geschrieben. Nur zu gern hätte er mich über den Unterschied von „Verzweiflung“ und „Vertrauen“ hingewiesen, aber ein As hatte er noch im Ärmel.

„Hm...Trissi “ (Stirnrunzelnd, leicht pastoral, aber nicht zu übertrieben!) „Bist du schon mal auf den Gedanken gekommen, dass du vielleicht die Gabe der Ehelosigkeit empfangen hast?“.

AUF KEI-NEN FALL!
NIE-NIE-MALS!!!
ICH NICHT!!!!
(Blankes Entsetzen!!!!)


Natürlich kann man das seinem pastoralen Freund n dem Moment nicht sagen, denn das würde nur weitere Diskussionen mit sich ziehen. Ich weiß nicht, wer sich das mit der Ehelosigkeit ausgedacht hat und warum das ausgerechnet eine Gabe sein soll, ist mir ein Rätsel, aber ich hab sie nicht, bzw. ich will sie nicht haben!

Ich bin ein Freund von gabenorientierten Diensten und die landläufige Meinung irgendwelcher verbissener Geistlicher („Christen haben keinen Spaß! Christen haben Froide!“), die der Überzeugung sind, dass Gott einem nur einen Dienst gibt, der so richtig weh tut, war mir schon immer suspekt gewesen. Und so verhält es sich meiner Meinung nach auch mit der „Gabe“ der Ehelosigkeit.

Ich lächelte meinen Freund an. „Ich HABE diese Gabe bereits, denn sonst könnte ich ja nicht allein LEBEN! Aber ich denke nicht, dass das ewig so bleiben wird.“

Damit ließ ich das pastorale Gesicht stehen.
Auch wenn das wie ein Witz klingt, habe ich das doch ziemlich ernst gemeint. Natürlich kann ich allein leben, Du meine Güte, ich mach das schon ein gutes Drittel meines Lebens lang und komme gut zurecht. Wäre auch traurig, wenn nicht. Und ja, ich weiß inzwischen, wie man ein Bild an die Wand dübelt (und zwar dort, wo man es hinhaben will und nicht, wo man die Nägel am leichtesten reinschlagen kann!), seine Steuererklärung macht (ich HASSE es!) und sich was kocht (ich LIEBE es!). Ich wasche meine Wäsche selbst, ich habe schon mal den Abfluß meines Waschbeckens auseinander genommen und ich fühle mich als Single durchaus nicht als Hälfte eines undefinierbaren Ganzen.

Trotzdem hätte ich gern einen Partner. Nicht, um mich zu vervollständigen, sondern weil ich es leid bin, immer alles allein machen zu müssen. Ich möchte jemandem um Rat fragen (ob ich darauf höre, ist dann was GANZ anderes!) und ich möchte gefragt werden. Ich möchte mit jemandem in Urlaub fahren und wissen, dass ich nicht allein ins Bett gehen muss. Ich möchte als Frau, als sexuelles Gegenüber wahrgenommen werden und Kinder haben. Ich möchte nicht allein die Rechnungen bezahlen müssen und es mir allein vorm DVD gemütlich machen. Ich möchte einfach „zu zweit“ sein.

Es gibt Ehefrauen und Mütter, die beneiden mich um meine Freiheit. Die sitzen verträumt bei Hochzeiten neben mir und meinen seufzend „HACH! Ich BENEIDE dich ja SO um Deine Freiheit! Was Du nicht alles so machen kannst!“ und ich kann dann nur zähneknirschend entgegnen „Ja, die Freiheit hatte ich jetzt lange genug, ich würde gern mal das andere ausprobieren!“. Ich weiß jetzt wirklich, dass ich es KANN, vielleicht WILL ich einfach nicht mehr?!

Das Problem bei der Sache ist, dass ich die letzten zwanzig Jahre irgendwie verpennt habe und nun stehe ich da mit meinem neuen, leichten Größenwahn und die Männer sind weg. ALLE! Naja. Fast alle. Die haben nämlich fast alle schon geheiratet. Oder sind wieder geschieden. Oder wollen mich nicht. Jedenfalls gestaltet sich die „Männersuche“ als ziemlich schwierig, wie ich meine.

Aber davon erzähle ich Euch ein andermal, ich muss erst noch ein paar Erfahrungen sammeln.

Gott segne Euch,
Eure Trissi

PS: @Melusine: ich hoffe, das war jetzt lustig genug? :-)

Samstag, 11. September 2010

Spiegelbild




"Spiegelbild"

Sag mir alles was du denkst
Sag mir alles was du siehst
Wo gingst du hin
Hast du dich dafür gehasst
Wenn Gedanken weiter waren
Und dein Wort blieb stehen

Wolltest alles schon beenden
Weil die Hoffnung einfach ging
Was ist dann geschehen
Warst du viel zu oft alleine
Weil jeder der mit dir sprach
Aus Mitleid ging

Ich habe dich niemals vergessen
Nur vertrieben und verdrängt
Wo gingst du hin
Hatte viel zu oft nur Angst
Zu dir zu stehen und zu sprechen
Was ist dann geschehen

Jede Erinnerung jede Flucht
jeder noch so weite Weg
führte nur zu dir zurück
warst du viel zu oft alleine
Weil jeder der mit dir sprach
aus Mitleid ging

Manchmal kommst du mich besuchen
Und erinnerst mich daran
Wenn die Angst kam zu verlieren
hab ich oft an dich gedacht
denn wo sind all die klugen Stimmen
Die dein Leben einfach planten
Wo sind sie hin
Und wo sind all die Besserwisser
Die nur lachten und dich straften
Jetzt sind sie still, endlich still

Mit der Klinge in der Hand
Warst du kurz davor zu gehen
Was ist dann geschehen
Hast gewartet auf den Mut
Der als Hoffnung wiederkam
wie weit wolltest du gehen

Hättest dir niemals verziehen
Nur aus Schwäche aufzugeben
Was ist dann geschehen
Nur weil andere dich nicht sehen
So wie du wirklich bist
Wie weit wolltest du gehen

Manchmal kommst du mich besuchen....

Wenn du heute vor mir stehst
Und ich in deine Augen seh
Macht alles Sinn
Denn ohne deinen Schmerz
Hätte ich nie die Kraft gefunden
So zu sein wie ich heute bin

Manchmal kommst du mich besuchen..."

©Lyrics&Musik: Unheilig

"Ich bat Gott um eine kleine Kerze
für meine Dunkelheit...

... und er schenkte mir
einen Sonnenaufgang."


©Tristesse


Im September fiel mir auf, dass ich über Monate nicht gebloggt hatte und konnte eigentlich nichts anderes als "Spiegelbild" von Unheilig posten, weil das in dem Moment am besten zu mir passte.

Drei Monate später hätte ich immer noch nichts zu sagen.

Mir war klar, dass die Therapieerfolge mein Leben verändern würden, aber ich hätte nie gedacht, dass sie mich sprachlos machen könnten. 20 Jahre lang hatte ich wie unter einer Decke gelebt, der Schmerz und die Trauer gehörten zu mir wie vertraute Freunde und als sie mich verliessen, stand ich erst mal mit leeren Händen da.

Und dann fing ich an zu leben. Zum ersten Mal seit langen, langen Jahren stand ich morgens lächelnd auf und ging zur Arbeit. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal wirklich glücklich gewesen war und mich überforderte dieser Zustand völlig.

Meine Therapeutin nennt diesen Zustand "Nach-Therapeutische Euphorie"... wenn man nie gelernt hat, dass man etwas sehr Kostbares ist, dann ist der Neugewinn des Selbstwertes etwas unglaublich Mächtiges. Mich hat es umgehauen.

Ich hab innerhalb von 6 Monaten sämtliche psychischen und physischen Abhängigkeiten losgelassen, 16 kg abgenommen und erfahren, was es bedeutet, glücklich zu sein. Ich kannte mein "Neues Ich" noch nicht und war das letzte halbe Jahr damit beschäftigt, die Tristesse zu entdecken, wie sie wirklich ist und wie sie wohl auch in Zukunft sein wird.

"Manchmal kommst du mich besuchen
Und erinnerst mich daran
Wenn die Angst kam zu verlieren
hab ich oft an dich gedacht
denn wo sind all die klugen Stimmen
Die dein Leben einfach planten
Wo sind sie hin
Und wo sind all die Besserwisser
Die nur lachten und dich straften
Jetzt sind sie still, endlich still"


Und dann, in den letzten 2 Wochen, hat mich mein "altes Ich" kurz besucht und mir erzählt, wie es damals war und dass die Möglichkeit besteht, dass es irgendwann zurückkehrt. Einen Augenblick hatte ich nicht auf mich aufgepaßt und es dauerte nicht lange, bis meine Seele wieder düster und traurig wurde.

Es machte mir eine Todesangst.

Zum Glück lernt man in einer Therapie nicht nur, alte Baustellen abzubauen und neue aufzurichten, sondern auch sein Werkzeug in die Hand zu nehmen und dafür zu sorgen, dass die alten Wunden nicht mehr so schnell aufreissen. Dieser Stimmungsumschwung nach den lange Wochen der Euphorie hatte mich einen Moment aus dem Gleichgewicht gebracht, aber ich wusste Gott sei Dank, wie ich damit umgehen sollte.

Ich glaube nicht, dass es schlimm ist, wenn ich das Melancholische in mir bewahre. Ich habe gemerkt, dass es anderen gut tut, wenn ich ihre Trauer verstehe. Und nur wer selbst schon mal am Abgrund stand, versteht denjenigen, der springen will.

Momentan sehe ich noch sehr wenig Sinn in all dem, was ich erleben musste, aber ich verstehe, dass es mich glaubwürdig für diejenigen macht, die selbst erfahren haben, was es bedeutet, in der Dunkelheit leben zu müssen. Ich glaube nicht, dass der Nutzen, den ich durch meine Vergangenheit ziehen kann gross genug ist, um das Leid zu relativieren, aber ich benutze meine Erfahrung trotzdem. Was sollte ich sonst mit ihnen anfangen?

"Wenn du heute vor mir stehst
Und ich in deine Augen seh
Macht alles Sinn
Denn ohne deinen Schmerz
Hätte ich nie die Kraft gefunden
So zu sein wie ich heute bin"


Als mein "altes Ich", mein "Spiegelbild" mich letzte Woche besuchte und glaubte mir einreden zu können, dass ich nichts Wert bin, habe ich ihm einen Augenblick lang geglaubt. Für ein, zwei Abende bin ich in mir zusammengebrochen und hab mich gefangen nehmen lassen.

Aber dann fiel mir ein, dass ich, wie in dem Lied von Unheilig bschrieben, diese Seite von mir fortgeschickt hatte. Ich wollte die alte Trissi nicht wiederhaben, sie hat mir nur Leid und Schmerzen gebracht. Natürlich darf sie ab und an vor der Tür stehen und mahnen "Vergiss mich nicht, ohne mich wärst du nicht da, wo du jetzt bist!", aber ich möchte sie nie wieder als Bewohner in meinem Haus haben. Dazu habe ich einfach zu lange getrauert. Es ist endlich die Zeit gekommen, zu leben und glücklich zu sein, ich habe das nie erlebt.

Was das für diesen Blog bedeutet, weiss ich nicht, das muss ich sehen.

Ich würde gern lernen zu bloggen, wenn ich nicht traurig bin, sondern Spaß am Leben habe. Ich hab eigentlich nur geschrieben, wenn es mir nicht gut ging und vielleicht schaffe ich es ja auch mit Euch zu reden, wenn alles in Ordnung ist? Fände ich schön.

Bleibt bei mir,
Eure Tris

Montag, 14. Juni 2010

Time to say goodbye



©Robbie Williams, Video eingestellt über youtube.com von musicforever1987

"Mein Weg

Und nun ist das Ende nah,
und ich sehe den letzten Vorhang fallen
Mein Freund, ich sag es dir klar,
ich erkläre dir wovon ich überzeugt bin.

Ich habe ein erfülltes Leben gehabt
ich war auf jeder einzelnen Schnellstraße.
Und mehr, viel mehr als das
habe ichs auf meine Art geschafft.

Ich habe ein paar Dinge bereut
aber zu wenige um erwähnenswert zu sein.
Ich hab getan was ich tun musste.
Ich habe alles durchgestanden, ohne Ausnahme.

Ich habe jeden Kurs festgelegt;
jeden vorsichtigen Schritt entlang des Seitenwegs
Und mehr, viel mehr als das
habe ichs auf meine Art geschafft.

Ja, es gab Zeiten, das weißt du ja sicher,
in denen waren die Augen größer als der Magen.
Doch trotz all dem, wenn Zweifel aufkamen,
habe ichs ausgelöffelt und wieder ausgespuckt.
Ich hab mich allem gestellt und bin geradegestanden,
und habs auf meine Art geschafft.

Ich habe geliebt, gelacht und geweint.
Ich hatte meine Erfüllung, meinen Anteil an Verlusten.
Und nun, da die Tränen nachlassen,
finde ich alles so amüsant.

Zu denken, dass ich das alles geschafft hab
und ich kann wohl sagen – auf eine nicht sehr scheue Art und Weise.
Nein, oh nein, nicht ich,
ich habs auf meine Art geschafft.

Also was ist ein Mann, was hat er?
Wenn nicht sich selbst, dann hat er nichts.
Zu sagen was er wirklich fühlt
und nicht die Worte eines Knienden.
Das Aufgenommene zeigt,
dass ich viel eingesteckt habe -
und dass ichs auf meine Art geschafft habe!"

©Text: Paul Anka, deutsche Übertragung von www.magistrix.de


Wenn man mit einem Menschen über 5 Jahre lang 40 Std. die Woche zusammen im Betrieb Hand in Hand arbeitet, ab und an nach Feierabend noch einen trinken geht, sich anruft und aus dem Urlaub Karten schreibt, dann kann man wirklich sagen, dass dieser Mensch ein Freund geworden ist.

Ich kenne meinen seit heute ehemaligen Arbeitskollegen nun schon 2/3 meines Lebens. Wir haben zusammen die Schulbank gedrückt und nachdem wir uns 10 Jahre aus den Augen verloren hatten, wurde er auf einmal mein Kollege. Ihm habe ich es zu verdanken, dass ich zu ihm in die Firma kommen durfte und ich habe jede Sekunde mit ihm genossen.

Nun trennen sich unsere beruflichen Wege. Der Tag heute fiel mir echt schwer und zum Weinen bin ich dann ins Nachbarzimmer gegangen, um es ihm und mir nicht noch schwerer zu machen.

Aber als wir uns dann verabschiedeten, habe ich doch für einen Moment die Fassung verloren und als mir die Hand drückte und mich gehen ließ, schaute ich kurz zurück und seinen Blick werde ich nie vergessen.

Das möchte ich auch nicht. Ich möchte ihn nicht vergessen und ich möchte mich daran erinnern, was dieser Mensch mir geschenkt hat. Ich möchte nicht einfach die nächste Seite meines Lebensbuches umschlagen und sagen: "So, das waren fünf wundervolle Jahre, was kommt jetzt?", ich möchte mich erinnern, was wir für eine tolle Zeit hatten.

Natürlich ging es in erster Linie um den Job, wir waren ja nicht zum Spaß auf der Arbeit (und wir haben gut gearbeitet!) aber es blieb auch in den Pausen und nach Feierabend genügend Raum für persönliches Gespräche und für gemeinsames Lachen. Manchmal haben wir auch geweint.

Ich weiß nicht, wie es sein wird, wenn ich morgen zur Tür reinkomme und jemand anders begrüßt mich an seiner Stelle. Die Arbeit wird natürlich diesselbe sein, ebenso die Kunden und mein neuer Kollege ist mir auch nicht fremd. Wir werden gut miteinander auskommen. Und die beste Kollegin von allen wird ja auch da sein... aber es wird nie mehr so sein wie bis heute, weil "er" einfach nicht mehr da ist.

Ich habe heute abend alle meine Termine abgesagt, bin nach Hause gekommen und habe mir erlaubt zu trauern. Ich glaube nicht, dass ich mich dafür schämen muss, dass ich ihn vermissen werde und um ihn weine.

Ich möchte diesen Menschen, der mir kostbar geworden ist, in diesem Blog würdigen, möchte "Danke für alles!" sagen und ihm meinen Respekt zollen, auch wenn Worte wahrscheinlich zu wenig sind, um all das auszudrücken, was er mir geworden ist. Es gibt nur wenige Menschen, die mich so erfreut, herausgefordert und geprägt haben wie er.

Ich verabschiede mich von 5 hinreissenden Jahren mit dem wunderschönen Song von Frank Sinatra (er liebt dieses Lied!) und möchte ihm einfach nur sagen:

"Du hast auf deine Art geschafft!"

Und Du hast es gut gemacht!

Du hast es geschafft, dass ich mich in meinem Job wohl gefühlt habe. Du hast es geschafft, dass ich trotz meines Kummers lachen konnte. Du hast Dich um mich gekümmert, umsorgt und mich weiter gebracht. Du hast mir auf vielen, vielen kleinen Wegen mein Leben leichter gemacht. Und Du hast mir gezeigt, dass es weise ist, sich selbst nicht so wichtig zu nehmen.

Ich hab Dich lieb und werde Dich vermissen!

Aber das Schöne dabei ist:
Du gehst mir als Freund ja nicht verloren, nur weil wir nicht mehr zusammen arbeiten. Ich bin gespannt, wie es mit uns weitergeht und mache mir keine Sorgen, dass ich noch viele Jahre Deine Freundin sein darf.

Deine Trissi
©Tristesse

Mittwoch, 26. Mai 2010

Eine Diva tritt ab



©Fotos: S. Schröder



©Video über youtube.com, eingestellt von Forellensolo

Jeder, dem ich in den letzten Monaten erzählte, ich würde zu Whitney fahren, zog langsam zischend die Luft durcht die Zähne: "Tchrrrrrrchssschhh!". Ihr kennt sicher das Geräusch, was einem wortlos vermittelt, etwas völlig falsch gemacht zu haben.

Gut, zu meiner Verteidigung konnte ich dann nur sagen, dass Michael Bublé ausverkauft war und wir die Whitney Karten vor Tourstart bestellten.

Aber von Anfang an:
Mitte Dezember legte mir meine Freundin Steffi einen Gutschein für ein Bublé-Konzert in Antwerpen auf den Geburtstagstisch. Da sie in Brüssel lebt, wollten wir dieses Event mit einem ausgedehnten Wochenende bei ihr verknüpfen, es wurde auch langsam Zeit, dass ich sie mal besuchte. Mit dem Zug sind es nur 5 Std. und als Bahncardbesitzer ist die Fahrt wirklich nicht teuer.

Dann war Michael Bublé ausverkauft und wir stöberten, was es sonst noch um Pfingsten herum im Angebot gäbe. Alicia Keys gefiel mir nicht und und als Steffi schrieb "Whitney kommt Pfingstmontag nach Antwerpen" klatschte ich entzückt in die Hände.

Whitney Houston!!!
"The Voice"!
6 Grammys, 1 Bambi, der Woman's World Award für ihr Lebenswerk, der International Artist Award!
1988 sang sie als 21-jährige den Titelsong zu den Olympischen Spielen!
7 Nr. 1 Singles hintereinander in den Billboard-Charts!
4 Filme!

Es würde ein unvergessliches Erlebnis werden!

*muahaha*!

Dann begann der Tourstart in Melbourne und Steffi schickte mir einen Pressebericht nach dem anderen per Mail zu. Eine Horrormeldung jagte die nächste, es wurde über Buhrufe geschrieben, Zuschauer verließen zornig die Konzerte, teilweise wurden Auftritte abgesagt und die Mitschnitte, die ich bei Youtube dann ansah, ließen mich schaudern. Als ich mit einem Freund den "I will always love you"- Mitschnitt von Melbourne auf dem PC ansah, lachte er laut auf: "Und da willst du hin?".

Scherzkeks! Von Wollen konnte keine Rede mehr sein, wir mussten!
Die Karten waren schon bezahlt.

So packte ich Pfingstsamstag meinen Koffer, stieg in die Bahn und fünf Stunden später sammelte mich Steff am Bahnhof in Brüssel ein.

Ich kam mir vor wie in Harlem. Ich glaube, ich habe in meinem Leben noch nicht so viele farbige Menschen gesehen wie in dem halbstündigen Weg von der Metro zu Steffis Wohnung.

Brüssel ist ein Schmelztiegel der Kulturen, eine absolut faszinierende, wenn auch gefährliche Stadt. Die Kriminalitätsrate ist erschreckend hoch und so hielt ich meine Tasche auch fest umklammert, allzeit bereit, einem Handtaschenräuber meine Faust ins Gesicht zu rammen, falls er es wagen sollte, mich anzugehen.
Es gibt in Brüssel tatsächlich Viertel, wo sich nicht mal mehr die Polizei reintraut, es sei denn mit Panzergeschützen und Wasserwerfer im Kofferraum.

Am nächsten Morgen stand Steffi fiebrig und völlig vergrippt auf. An sich hätten wir gern das Hafenfest am Kanal besucht, aber an ausgedehnte Ausflüge war bei ihrem Gesundheitszustand nicht zu denken. Mir machte das weniger aus als Steffi, die sich vorgenommen hatte, mir Brüssel gründlich zu zeigen, ich war zur Erholung gekommen und mir war es völlig wurscht, ob wir auf dem Sofa lagen oder die Stadt unsicher machten.

Trotzdem hat mir die abgespeckte Sightseeingtour gut gefallen, die Steffi und ich nach einem ausgedehnten Frühstück unternahmen. Wir durchstreiften müssig schlendernd einen weitläufig angelegten Park im Herzen der Stadt, fotografierten uns gegenseitig unter dem Triumphbogen, umrundeten das Europaparlament (Steffis Arbeitsplatz) und abends legten wir gemütlich vor dem Fernseher die Füße hoch, um uns ein paar sehr spektakuläre Wetten bei "Wetten... daß?" anzusehen.

Ich fühlte mich sehr wohl in Steffis Appartement, die Aussicht von der Dachterasse war atemberaubend und ich hatte sogar mein eigenes Schlafzimmer nebst Bad mit 2 (!!!) Waschbecken. Der Kühlschrank quoll über und ich wurde ausgesprochen gut versorgt.

Am nächsten Morgen war mir kotzübel. Ich glaube nicht, dass das am vor uns liegenden Konzert lag, ich hatte meine Tabletten einfach auf nüchternen Magen eingenommen und so brachen wir nach einem halben Ruhe-Stündchen auf dem Sofa dann gegen Nachmittag nach Antwerpen auf, um dort die Fußgängerzone zu durchstreifen.

Gegen halb acht saßen wir dann in dem gut gefüllten Sportpalais, allerdings hielt sich die Vorfreude in Grenzen. Wir wären auch einverstanden damit gewesen, wenn das Konzert abgesagt worden wäre. Dann hätten wir die 140 Euro für die Konzertkarten im Brüsseler Nachtleben auf den Kopf hauen können, allerdings wären wir bei Preisen wie 7,90 Euro für ein Glas Bier auch nicht weit gekommen.

Ich liebe die knisternde, summende, gespannte Atmosphäre, die sich einstellt, wenn man auf den Künstler wartet. Das Publikum war bunt gemischt, Menschen aller Altersgruppen aus verschiedensten ethnischen Gruppierungen saßen dicht gedrängt im Stadion und es ging dann auch sehr zügig mit 2 Künstlern los, die uns anheizen sollten.

Der erste Gast war ein farbiger Amerikaner, der angeblich sein Live-Debüt gab, fasznierende Stimme mit einem schmusigen Soul. Er wurde auch sehr freundlich beklatscht.

Dann trat ein junger Mann auf, der in der ersten Staffel von "Holland's Got Talent" den dritten Platz belegt hatte. Ich würde gern mal wissen, wie die ersten Zwei klangen, wenn schon der Drittplazierte so eine sensationelle Stimme hat. Da kommen Dieter Bohlens "DSDS"- Möchtegern- Superstars nicht gegen an. Mir verschlug es den Atem. Seine Fankurve saß direkt hinter uns und ich musste mir die Ohren zuhalten bei den frenetischen Beifallsbekundungen und gellenden Pfiffen.

Nach einem sehr bombastischen, einpeitschenden Videoclip (wir hatten recht gute Plätze, zwar ziemlich weit oben, aber direkt neben vor uns eine große Leinwand und auch wenn wir Whitney nur sehr klein sahen, hatten wir doch einen guten Überblick von dem Geschehen auf der Bühne) mit sensationeller Light-Show stand Whitney dann auf der Bühne!

Steffi und ich klatschten auch artig, aber die Begeisterung liess noch auf sich warten. Das lag nicht an der Darbietung der ersten Nummer, sie fing recht gut an, sondern einfach an der Befürchtung, dass sie irgendwann "umkippen" würde - denn wir hatten im Internet gelesen, dass sie in vergangenen Konzerten Nummer für Nummer immer schlechter wurde und irgendwie konnten wir diese Tatsache nicht abschütteln.

Nach der zweiten Nummer war sie schon schweißgebadet. Ich habe keine Ahnung, wer ihr die Klamotten designed, diesen Menschen hätte ich ohne viel Federlesens rausgeworfen. Die Speckröllchen quollen nur so aus dem Satinshirt, die pailettenbesetzte Jacke ließ sich nicht schließen und auf ihren High Heels kam sie mehrfach ins Straucheln.

Auf dem Boden waren Zettel mit Anweisungen geklebt, so dass sie nach einem kurzen Augenblick auch ihr Publikum mit "I am glad to be in ..." (Blick auf den Boden) "Belgium!!!" begrüßen konnte. Wie verwirrt muss man sein, um sich nicht 10 Minuten lang vom Erscheinen bis zum Ende der zweiten Nummer das Land zu merken, in dem man auftritt?

Ich glaube, das war generell das, was uns am meisten erschreckte: die Frau war völlig desorientiert. Stimmlich war es wirklich okay und wesentlich besser als erwartet, sie meisterte mit viel Anlauf die hohen Töne, im Mezzosopran klang ihre Stimme wirklich noch wie früher und gerade die Soul-Nummern waren mehr als zufriedenstellend. Bei "I look to you" hielt ich den Atem an, so präsent und stark war ihre Stimme und sie trägt wirklich zu Recht den Namen "The Voice".

Aber sie als Mensch zu beobachten war mehr als anstrengend. Es tat körperlich weh zu sehen, wie sie sich abmühte, die Töne zu treffen, am Text zu bleiben und sich die Luft einzuteilen. Mehrmals klopfte sie sich fest auf die Brust, griff immer wieder zwischen den Nummern zum Asthmaspray und keuchte vor sich hin. Gott sei Dank rülpste und hustete sie nicht lautstark ins Mikrofon wie beim Konzert in Berlin!

Nach fünf Nummern ging sie sich umziehen, was durchaus verständlich war, ihr rann der Schweiß in Strömen hinab. Ihr Bruder betrat die Bühne, es brach auf den Rängen munteres Geplauder aus, die Zuschauer gingen reihenweise aufs Klo und Getränke nachladen, mir tat der arme Kerl fast leid und ich hoffe, die Scheinwerfer blendeten ihn so sehr, dass er nicht mitbekam, dass sich keiner für seinen Darbietung interessierte, dabei sang er nicht mal schlecht.

Der Backround sang allein ohne Whitney "Queen of the night" und die ersten Pfiffe und Buhrufe gellten durch den Saal. Die Zuschauer wurden ungeduldig.

Ich habe im Laufe des Abends einen Riesenrespekt vor Whitneys Band und ihrem Backroundchor bekommen! Ihre Kollegen trugen sie förmlich huckepack durch die Songs. Manchmal sang sie nur die Strophen an und ließ dann den Rest ihre Sänger machen, unterstützt durch einige "Uhs!" und "Yeahs!". Sie improvisierte teilweise völlig ohne Sinn und Verstand und ihre Musiker hatten alle Hände voll zu tun, um mitzukommen. Und an "Queen of the night" war absolut nichts auszusetzen, die drei Mädels waren wahrscheinlich besser als Whitney selbst und ich habe diese Nummer sehr, sehr genossen!

Als Madame sich dann bequemte, wieder zu erscheinen schloß ich entsetzt bei ihrem hautengen, goldenen Lycra-Kleid die Augen. Ich erspare Euch Details.

Es folgten ein paar Balladen, eine ziemlich fahrige, viel zu lange und kaum verständliche Lobeshymne auf Michael Jackson und dann kam das Lied, vor dem ich mich schon den ganzen Abend gefürchtet hatte: "I will always love you".

Wir wissen alle, wie schwer diese Nummer zu singen ist und ich glaube, Whitney hat im Laufe der Tour dieses Lied gründlich hassen gelernt, denn sie scheint einfach nicht mehr in der Verfassung zu sein, diese Hymne zu bewältigen. Sie nahm sich enorm viel Zeit, machte ständig Pausen, liess das Publikum und den Backround ihre Arbeit machen und mogelte sich bis zum Schlußton einfach durch. Ich war überrascht, wie souverän sie das meisterte, allerdings habe ich bis jetzt nicht verstanden, wieso man kurz vor Absingen des letzten Tons noch schnell was trinken gehen muss.

Das hatten wir also gut überstanden und dann riss sich Whitney noch mal gründlich zusammen und ließ die Leute zu "I wanna dance with somebody" singen und tanzen. Das musste sie auch, denn sie hatte den Text nicht mehr im Kopf und murmelte irgendwas Unaussprechliches vor sich hin. Den Text kann sogar ich auswendig und so stand ich brav von meinem Stuhl auf und sang und klatschte mit. Bis auf die textlichen Patzer in den Strophen gefiel mir der Schlußteil mit den schnellen Nummern am besten. Ich bekam eine leise Ahnung davon, wie sie früher mal war und sie hat sich wirklich jede Mühe gegeben, um das Publikum nochmal einzupeitschen und zu begeistern.

Die Zuschauer waren wirklich sehr, sehr barmherzig und feierten die Diva tüchtig, vielleicht hatten sie auch keine Ahnung von guter Musik, aber ich habe mich sehr für Whitney gefreut, dass sie nicht ausgebuht oder ausgepfiffen wurde wie in so vielen Konzerten zuvor. Im Prinzip konnte sie einem nur leid tun und selbst wenn die belgische Presse sie am übernächsten Tag förmlich in der Luft zerriss, waren die Gäste des Konzertes scheinbar anderer Meinung.

Nach 90 Minuten war dann Feierabend. Immerhin ließ sie sich bewegen, nach einem schnellen Klamottenwechsel (und diesmal war sie endlich passend und vorteilhaft gekleidet, warum nicht gleich so?) noch eine Zugabe zu bringen und dann gingen die Lichter an.

Steffi und ich saßen völlig erledigt auf unseren Stühlen, als die Halle sich leerte und sahen uns nachdenklich an.

Zunächst mal waren wir uns einig, dass es besser war, als erwartet. Aber bei einer Erwartungshaltung von Minus 100% hätte uns auch nichts erschüttern können. Ebenso fanden wir es gesanglich nicht schlecht, da hatten wir Schlimmeres befürchtet.

Was uns so schlauchte war die Tatsache, dieser verwirrten, müden und aufgedunsenen, alten Frau 90 Minunten lang zusehen zu müssen, wie sie verzweifelt darum kämpfte, ihrem Ruf als Diva und Weltstimme gerecht zu werden. Und das erfüllte uns mit großem Bedauern und Mitleid, wir waren fix und fertig.

Als wir dann während der Autofahrt die "Best of" CD im Auto hörten, bekamen wir eine Ahnung davon, was diese Frau mal gewesen war und nun leider nicht mehr ist.

Was für eine Stimme, was für eine charismatische Persönlichkeit und was für eine Präsenz! Die Frau hat eine Karriere hinter sich, wovon andere nur träumen können und das kann man nicht ignorieren, selbst wenn sie sich durch jahrelangen Drogenkonsum und Skandale aus eigener Kraft gründlich ruiniert hat.

Ich höre sie nach wie vor gerne. Ich liebe den Film "Bodyguard" und bekomme bei "I will always love you" immer noch eine Gänsehaut. Ich würde Whitney einfach wünschen, dass sie sich nach dieser desolaten Tour entweder fängt oder im Bewußtsein, etwas wirklich Großes geleistet zu haben, zur Ruhe setzt. Sie muss sich nichts mehr beweisen, sie kann sich bis zum Lebensende auf ihren Lorbeeren ausruhen und ich hoffe, dass sie das auch macht, selbst wenn es mir für sie leid tut.

Als ich gestern Nacht dann aus dem Zug stieg und in der Bahn noch mal über das lange Wochenende nachdachte, war ich glücklich und zufrieden.

Steffi und ich hatten eine großartige Zeit. Ich bin immer noch völlig hin und weg von ihrer Großzügigkeit, ihrer Gastfreundschaft und den Spaß, den wir miteinander hatten. Sie hat mir nicht nur die Konzertkarte finanziert, ich musste förmlich darum kämpfen, ihr auch mal eine Cola ausgeben zu dürfen! Sie hat die Einladung "Die Zugkarte zahlst du, den Rest übernehme ich!" wirklich wörtlich genommen und mir fehlen die Worte um zu sagen, wie sehr mich ihre selbstverständliche Freigiebigkeit beschämt hat.

Ihr trockener Humor hat mich förmlich durch das Konzert getragen und freue mich schon auf den nächsten Besuch bei ihr im Sommer! Dann ohne Whitney, aber Brüssel ist auf jeden Fall auch ohne musikalische Achterbahnfahrt eine Reise Wert.

Ich wünsche jedem von Euch solche Freunde, wie ich sie habe. Ich wünsche Euch Menschen wie Steffi, die dicht an Eurem Herzen sind, wo manchmal ein Blick oder eine Geste reicht, um in schallendes Gelächter auszubrechen oder sich stillschweigend einig zu sein. Wir Singles brauchen diese Freunde, ohne sie würden wir zugrunde gehen. Wir sehnen uns nach diesen besonderen Persönlichkeiten, die uns ohne viel Worte verstehen und uns helfen, unsere Einsamkeit zu ertragen. Und wenn Ihr solche Menschen kennt, dann haltet sie fest und lasst sie nicht mehr gehen.

Steffi und ich kennen uns schon über 20 Jahre und auch wenn wir uns sehr selten sehen können, so ist die Entfernung zwischen uns immer nur räumlich. Ich liebe sie sehr und bin im Herzen dankbar, wie sie sich um mich bemüht, mich beschenkt, mich anruft und mir mein Leben leicher macht.

Und ich wünsche Euch gerade jetzt, wo der Sommer beginnt, viele Freunde, jede Menge Sonne, Spaß und Ruhe, wie ich sie dieses Wochenende hatte.

Danke fürs Lesen,
Eure Trissi

©Tristesse