Mittwoch, 8. Juni 2011
Still
©Lied: Jupiter Jones, Video eingestellt bei Youtube.com von JupiterJonesTV
Ich bin still geworden, ich weiss.
An sich passt das Lied nicht so wirklich zu diesem Blogeintrag, aber ich bin so dermassen in dieses Lied verliebt, das muss jetzt einfach mal sein.
Mein Freund Dennis "Dexter Dextrose" meckert seit Wochen, ich soll mal wieder gefälligst bloggen. Langsam wird er echt unbequem, also komme ich seiner Bitte nach.
Ich habe festgestellt, dass seit Therapieende mir ein wenig die Themen fehlen für diesen Blog. Ich habe einfach zu oft gebloggt, wenn ich unglücklich war. Nun bin ich glücklich und habe nichts mehr zu sagen.
Ich lebe einfach.
Ich geh zur Arbeit, ich mache meinen Gemeindekram, ich hab mein soziales Umfeld, ich putze die Wohnung, spiele mit den Katzen, geh Samstags tanzen und lebe so vor mich hin.
Klingt wenig aufregend?
Ich möchte es nicht anders haben.
Ich bin zufrieden.
Und jetzt bin ich auf eine Hochzeit eingeladen worden.
*kotz*
An sich ist das was Schönes. Ich mag meine Freunde und ich bin sehr stolz, dass ich für sie singen darf. Ich hab mir sogar ein neues Kleid gekauft und mir das Playback für "Marry you" von Bruno Mars runtergeladen. Das Lied ist so wunderschön, leicht, lustig und gut zu singen. Ich denke, das mache ich auf der Feier.
Also ist so ein feierliches Event schon nett. Ich darf mich aufdonnern, was singen, gut essen und mir ein Glas oder zwei genehmigen.
Aber ich gehe allein dorthin, ohne Begleitung.
Allein.
Alleiner.
Am Alleinsten.
Sowas von Allein.
*kotz*
Das missfällt mir :-)
Manchmal frag ich mich, was an mir ist, dass ich keinen Mann kennenlerne, der mich auf Hochzeiten begleitet. Was habe ich bloss verbrochen, dass ich noch Single bin?
Wo sind sie hin???
Diese Frage begleitet mich schon soooo lange und auch 2 Jahre Therapie haben zwar einige, aber nicht alle Antworten erbracht.
Ich gebe zu, dass mich diese Frage an den Rand meines Glaubenslebens geführt hat. Ich habe Gott im letzten Jahr mehr gehasst als alles andere - weil er mich allein leben lässt.
Das war bitter.
Ich hatte im Winter eine Zeit, wo ich so weit von ihm weggelaufen bin, wie ich nur konnte. Das Problem bei Gott ist nur, dass er immer da ist, wo man hinläuft. Nur ein Idiot würde weiterlaufen.
Egal, wo ich hinlief, ich landete immer in seinen Armen.
So bin ich stehengeblieben, habe mich umgedreht und habe Gott gefragt:
"Warum?"
Und Gott hat die Frage beantwortet. Aber anders, als ich dachte.
Natürlich habe ich keine Antwort auf das "Warum?" bekommen.
Stattdessen hat Gott mir neue Freunde geschenkt. Er hat mich tanzen lassen. Er hat mir Lieder ins Herz gelegt (eins davon habe ich gerade verlinkt), er hat mir eine Gruppe von Leuten in meinem Alter geschenkt, die mit mir Bibel lesen, singen und beten. Er hat mir eine Gemeinde geschenkt, die so tickt wie ich, wo ich geborgen und gut aufgehoben bin, er hat meinen Blick auf Filme, Bücher und Menschen gelenkt, die mir gut tun. Er hat meine berufliche Perspektive gesichert. Er hat mir geholfen, mit dem Rauchen aufzuhören und 20 kg abzunehmen.
Er hat mein Leben ganz einfach verändert.
Gott hat mir gezeigt, dass ich reich bin.
Ich bin sowas von reich, ich glaube nicht, dass es einen Menschen auf dieser Welt gibt, der so reich ist wie ich.
Wenn ich so darüber nachdenke, was ich alles habe, da ist die Frage nach einem Partner lächerlich. Ich bin reich und mache meinen Glauben davon abhängig, ob ich jemanden habe, der mit mir Nachts die Kissen zerwühlt? Wie krank ist das denn?
Ich steh morgens auf, dusche, trinke meinen Kaffee, schmuse mit den Katzen, mach mich auf den Weg zur Arbeit und im Bus stelle ich fest, dass ich mein Leben liebe, so wie es ist.
Ein Partner wäre der Bonus, ohne Frage.
Aber wenn er nicht kommt, dann gehe ich daran auch nicht zugrunde.
Es geht mir gut!
Ich glaube, ich erzähle Euch einfach beim nächten Mal, wie lustig es allein Freibad war. Das ist schon einen Blogeintrag wert.
Macht es gut,
Tris
©Tristesse
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