
©Foto: Tristesse
©Song: Leila K., Video eingestellt von Anesz1 über youtube.com
Ich hab Euch im letzten Blog versprochen, von meiner Männersuche zu berichten.
Das ist jetzt 4 Wochen her.
Tjoar...
Ja, es ist was passiert. Ich habe ein paar Männer kennengelernt, die NICHT zu mir passen.
Der eine fragte mich nach der dritten Mail, ob ich was dagegen hätte, wenn er unsere noch nicht gezeugten Kinder als Strafe auf den noch nicht gezeugten, nackten Po schlägt.
Ich hab dann den weiteren Kontakt mit der Bemerkung beendet, dass ich mir keine Schandtat meines noch nicht gezeugten Kindes vorstellen könnte, die diese Strafe rechtfertigen würde.
Der andere wollte gern mit mir "spasshaft ringen" - ich wusste nicht mal, was "ringen" ist. Das ist so eine Art sportlicher Zweikampf, wo man sich gegenseitig auf den Boden wirft.
Äh.... nein?
Der nächste war sechzig Jahre alt.
Ein weiterer war elf Jahre jünger und als ich sein Foto sah, bin ich fast in Ohnmacht gefallen. Ich hab noch nie so einen schönen Mann gesehen und warum er gerade mich ansprach, hab ich nicht verstanden. Wir mailen und chatten nun regelmässig und auch wenn ich nicht glaube, dass er "Mr. Right" ist, schmeichelt er meinem etwas eingerosteten Ego doch sehr.
Und dann waren da noch die beiden, die mich nach dem ersten Ansprechen zu einem "intimen" Treffen überreden wollten (und es musst JETZT sein!!!). Ich bin zwar schon sehr lange allein, aber so nötig kann ich es nicht haben, um mich wildfremden Männern an den Hals zu werfen.
Außerdem suche ich ja einen festen Partner und keinen One Night Stand.
Wo sind eingentlich die normalen Männer hin???
Irgendwie sind die meisten, die ich kennenlerne, entweder gestört oder zu Recht noch Single und wahrscheinlich sagen sie genau dasselbe über mich auch.
Ich hab mir vorgenommen, in diesem Blog nicht über diese Singlemänner herzuziehen und dem Vorsatz bleibe ich auch treu. Ich hab mich über jede Anfrage, die ein Singlemann an mich richtete, gefreut und auch artig (und meist ablehnend) geantwortet, aber der, den ich suchte, war nicht dabei.
Und so habe ich neben dem Stöbern auf Partnerbörsen meinen normalen Alltag gelebt.
Ich bin zur Arbeit gegangen, habe in meiner Gemeinde die Kinderstunde gehalten (ich sterbe immer noch tausend Tode, es sind und bleiben kleine Monster!), habe in Gemeindestunden Protokolle geschrieben, mein Bad geputzt, meine Katzen gefüttert und bin Samstag abends tanzen gegangen.
Ich geh so gern tanzen!
Wir haben hier in der Stadt eine Diskothek, die meine Bedürfnisse an ein Tanzlokal vollendes befriedigt:
1. Man hat die Möglichkeit (wenn man pfiffig ist), ohne Eintritt zu zahlen, reinzukommen.
2. Es gibt keine Kleiderordnung
3. Es gibt gekühltes Diebels
4. Es gibt gute Musik
5. Keiner starrt Dich blöd an, wenn Du mit Mitte 30 noch auf der Tanzfläche stehst
6. Du wirst nicht von notgeilen Enddreissigern angetatscht.
Seitdem ich ein paar neue Freunde gefunden habe, gehe ich Samstags ab Mitternacht nun immer in den "Rilo" (so nennen wir besagte Diskothek), um zu tanzen. Einmal im Monat setze ich aus, nämlich dann, wenn ich am Sonntag danach die Kindergeschichte erzählen muss. Kleine Kinder und 3 Std. Schlaf sind nicht kompatibel, forget it. Ich habe es einmal versucht und bin ausgesprochen grausam in meine Bestandtteile zerlegt worden.
Aber dreimal im Monat findet man mich im Rilo auf der Tanzfläche und ich komm selten vor fünf Uhr heim. Natürlich stehe ich dann drei Stunden später auf und gehe in die Kirche. Wer tanzen kann, der kann auch aufstehen. "Meine" Jugendlichen aus der Gemeinde lachen schon, wenn ich zur Tür reinkomme "Na? Warst du wieder tanzen?", denn ich bin doch reichlich müde. Trotzdem nehme ich viel aus den Gottesdiensten mit.
Nicht selten habe ich den einen oder anderen Jugendlichen die Nacht zuvor auf der Tanzfläche getroffen und es gibt ein grosses "Hallo" am nächsten Morgen.
"Ca plane pour moi" ist französisch und bedeutet "Es geht mir gut" und wenn ich so mein Ergehen der letzten Wochen überdenke, kann ich das voll und ganz unterschreiben.
Es geht mir gut.
Als die Therapie überstanden war, stellte ich fest, dass es möglich ist, Spass am Leben zu haben - über zwanzig Jahre lang habe ich Schmerz und Trauer mit mir rumgetragen und nun gefällt mir auf einmal mein Leben.
Gut, ich lebe es allein. Ich stehe Samstag für Samstag allein auf der Tanzfläche und gehe allein ins Bett, aber es geht mir gut. Natürlich hätte ich gern einen Partner und ja, ich bin wirklich überfällig, aber das ändert nichts daran, dass ich mein Leben mag, wie es momentan läuft. Ich schaff das wirklich gut ohne Mann und fühle mich in keinster Weise "bedürftig".
Ich bin gespannt, wie es mit mir und meiner Männersuche weitergeht und werde berichten. Da geht noch was!
Versprochen.
Eure Trissi
©Tristesse
5 Kommentare:
Super!!
Ich zähle mich selbst mal zu den "gestörten Singlemännern" :D
Ach Dexter.. Du bist doch nicht gestört. Du bist nur seltsam.
Weiter so, Triss! Das klingt gesund - nicht verzweifelt und doch offen für Neues. Wir sitzen in einem Boot und ich bin mal gespannt, wer von uns beiden als erste "umsteigt", hehe.
Bussi, Deine Melu
Weiter so, Triss! Das klingt gesund, nicht verzweifelt, aber offen für Neues. Wir sitzen in einem Boot und ich bin mal gespannt, wer von uns als erste "umsteigt", hehe. Bussi, Deine Melu
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